Mittwoch, 13. März 2013

[Rezension] Sarra Manning - Adorkable

Vielen Dank an Bloomoon und Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar!

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Zitat:
"9. Stille Mädchen schreiben nur selten Geschichte."
Aus dem Ad♥rkable Manifest, S.5

Autorin: Sarra Manning
Titel: Adorkable: Zwei, die sich lieben und hassen
Originaltitel: Adorkable
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: bloomoon; Auflage: 1. (10. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
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Inhalt:
Jeane Smith und Michael Lee haben nichts gemeinsam. Er ist der Star des Fußballteams, Schülersprecher der beliebteste Junge der Schule. Sie ist die Außenseiterin, Freak, ein absoluter Dork in seltsamen Klamotten. Doch was kaum jemand weiß: Jeane ist Blogging Queen, hat über eine halbe Million Follower auf Twitter, schreibt Kolumnen für Zeitungen und gilt als Stimme ihrer Generation. Michael Lee langweilt sich mit seiner schönen blonden Freundin und sehnt sich danach etwas Besonderes aus seinem Leben zu machen. Und was noch niemand weiß: Jeane Smith und Michael Lee können nicht aufhören einander zu küssen!

Gestaltung:
Das Cover und der Titel wurden von der englischen Version übernommen, nur der Untertitel "Love, Hate. Whatever" wurde recht frei übersetzt, da es keine Übersetzung gibt, die so schön klingt, wie das Original. Insgesamt ist die Gestaltung nicht ganz mein Fall, aber trotzdem ein süßer Titel und ein Cover, das wie auch das Buch an sich, aus der Masse heraussticht.

Meine Meinung:
In Adorkable dreht sich fast alles um Jeane, sie ist praktisch die Begründerin der Dorkiness. Sie ist aufgedreht, bunt, schrill, absolut einzigartig. Dann knutscht die Blog- und Twitterqueen urplötzlich mit dem scheinbar erklärten Todfeind, Michael Lee, rum. Ohne sich allzu viele Gedanken zu machen oder mal darüber zu reden entsteht daraus eine Knutschbeziehung. Das war mein erster Eindruck und Jeanes oft betonte Verrücktheit wurde schnell zu anstrengend. Immer wieder werden anfangs Fashionmarken erwähnt, mal positiv mal negativ, je nachdem, ob bei der wechselnden Kapitelperspektive gerade aus Michaels oder Jeanes Sicht geschrieben wurde. Doch egal wessen Perspektive gerade dran war, die Geschichte wirkt auf den ersten Blick oberflächlich.

Der Einstieg dauerte dementsprechend lang und die Charaktere sammelten bei mir selten Sympathiepunkte. Jeane ist zu schrill und extrem, stellenweise ist sie nicht mehr nur einfach unfreundlich, sondern schon zickig und gemein. Ihre Rolle als "Stimme der Generation" spielt im Buch eine größere Rolle, als gedacht und ihr Onlineverhalten, macht sie sympathischer, als ihr "echtes" Verhalten. Ein weiterer störender Aspekt an Jeane war, dass sie scheinbar ihre eigenen Moralvorstellungen ignoriert. Seitenlang wird deutlich gemacht, wie sehr sie gegen Marken, Kommerzialismus und Mainstream ist. Und dann hat sie ein iPhone. Genau. Das Handy mit dem Apfel. Ich habe das Buch an dieser Stelle entgeistert angeschaut, weil das allem widersprochen hat, was Jeane so vehement vertritt. Jeanes Suche nach sich selbst, lässt sie von einem Extrem zum nächsten stolpern.

Während mir Jeane zu bunt war, hätte Micheal mehr davon vertragen können. Er war ein vergleichsweise blasser Charakter und scheint nur indirekt Hauptrolle zu spielen. Er kam hauptsächlich langweilig und materialistisch rüber, auch wenn man ihm zugutehalten muss, dass er sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt. Zusammen waren Jeane und Michael oft noch unerträglicher, als einzeln. Ich konnte während 80% des Buches nicht verstehen, was die beiden aneinander finden. Besonders viele Zweifel sind mir gekommen, wenn Michael über Jeane nachgedacht hat und immer wieder betonte, dass sie ja nicht hübsch sei. Erst gegen Ende konnte ich ein wenig nachvollziehen, worin sie den Reiz aneinander sehen,

Der Schreibstil wurde jugendlich gehalten, wobei ich bei manchen Wörtern mit meinem Latein am Ende war. Es mag an mangelnder Konzerterfahrung liegen, aber ich wusste zum Beispiel nicht, was ein "Moshpit" ist und gerade bei SMS-Abkürzung ist eine kleine Portion Englisch sehr hilfreich. Mich hat der Schreibstil weniger überzeugt, aber insgesamt war er flüssig und nicht unangenehm.

Natürlich gibt es nicht nur negatives an dem Buch. Es hat mich begeistert, dass aus der Situation, die im Klappentext beschrieben wird, sich eine richtige Geschichte entwickelt, und zwar eine mit wichtigen Hintergedanken, die das Buch an Länge haben wachsen lassen. Es steckt viel mehr hinter Jeane, als man vielleicht anfangs vermutet und sie sagt das Richtige. Ihre Aussagen sind oft die reine Wahrheit über unsere Jugend und ein Appell an die Leser. Nur die Geschichte drum herum macht das kaputt.

Das Buch hat mich ratlos dagelassen und ich weiß nicht, ob ich es mögen oder hassen soll. Meine Meinung schwankte zwischenzeitlich zwischen Genervtheit, absolutem Unverständnis und heilloser Begeisterung. Es war also langwierig mich durch das Buch zu kämpfen, aber für manche Stellen würde ich fast sagen, dass es sich trotzdem lohnt. Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Leser Jeane aufgrund ihres ungewöhnlichen und einzigartigen Charakters zu schätzen wissen.

Fazit:
Geniale (!) Aussagen in diesem Buch, aber die Geschichte drum herum ist weniger genial und streckenweise anstrengend.

Gestaltung: ♥♥♥ (3,5/5)
Inhalt: ♥♥♥ (3/5)

Über die Autorin:
Sarra Manning ist ehemalige Mitherausgeberin von »Ellegirl«, Producerin der Sendung »What to Wear« auf BBC und britische Teen-Queen extraordinaire und kennt sie die Modewelt wie keine Zweite. Sarra Manning lebt in London.

Kommentare:

  1. Obwohl du nur mittelmäßig begeistert klingst, werde ich das Buch glaube ich lesen. Allein schon wegen der genialen Aussagen, die interessieren mich jetzt nämlich echt :)

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    1. Ja die genialen Aussagen sind wirklich... genial xD Aber leider machen sie nicht mal 1% des Buches aus :/

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  2. ich auch mal wieder hier, yeah! :D
    super rezi, ich weiß noch nicht so recht ob ich es lesen soll..*grübel*

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  3. Hmm, das Buch ist jetzt weiter runter auf meiner WuLi gerutscht... aber drauf bleiben wird es wohl immer noch :)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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  4. Hm... hört sich ja nicht ganz so begeistert an. Und das Buch ist ja auch nicht das dünnste, ob es sich da lohnt ist fraglich, ich habe nämlich schon so einige Rezensionen gelesen, die das gleiche sagen wie du.
    Bin ich eigentlich die einzige, der das Mädchen auf dem Cover bekannt vorkommt? I-wie habe ich das Gefühl ich hätte die irgendwo schon mal gesehen...
    Naja, tolle Rezi jedenfalls :)

    Liebe Grüße
    Yoshi

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    1. Es war nicht sooo schlecht, allerdings war ich eben nur kurzfristig begeistert, das stimmt schon ;)

      Und das Mädel auf dem Cover kommt mir ehrlich gesagt total unbekannt vor. Mir fällt wirklich niemand ein, der ihr nur näherungsweise ähnlich sieht :'D

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