Sonntag, 10. Juni 2012

[Rezension] Der Ruf des Kolibris - Christine Lehmann


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Deutsches Cover
Autorin: Christine Lehmann
Titel: Der Ruf des Kolibris
Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Thienemann; Auflage: 1. (14. Juli 2009)
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre

Inhalt:
Ein Jahr Kolumbien. Noch ahnt Jasmin nicht, was sie erwartet. Dass sie Verzweiflung kennenlernt. Sich von der Magie des Landes verzaubern lässt, Gewalt begegnet, den Duft der Freiheit schmeckt, an die Grenzen des Möglichen kommt. Vor allem aber trifft sie Damiàn. Damiàn, den gut aussehenden Indio, der ein dunkles Geheimnis hütet. Tief im kolumbianischen Urwald und den nebligen Bergen der Anden findet Jasmin Antworten. Und ist doch längst rettungslos in ihrer Liebe zu Damiàn verfangen.

Gestaltung:
Die Gestaltung finde ich gut, da das Cover auf den Titel abgestimmt ist und einen Kolibri zeigt. Durch das verschlungene Muster am Rand kann man sich gut den Urwalds vorstellen. Die Farben finde ich nicht so ansprechend, da Orange gar nicht mein Ding ist, trotzdem passt es zum Buch.

Meine Meinung:
Die Geschichte begann damit, dass Jasmin, die siebzehnjährige Hauptperson, nach Kolumbien zieht. Dort trifft sie auf Damián, einen Gärtner.
Die Charaktere waren alle sehr flach. Jasmin ist da sehr leicht zu beschreiben: naiv, launisch, überemotional, pubertär, hormongesteuert und unreif.
Ihre Art macht es einem nicht leicht der Geschichte aufmerksam zu folgen. Ihre Gefühle für Damián waren für mich nicht nachvollziehbar und die ganze Liebesgeschichte ist so klischeehaft, dass es schon wehtut. Fragen wie "Bin ich verliebt?" zu stellen, nachdem man nicht ein einziges Wort gewechselt hat, sind als Leser total unverständlich und auch Zukunfts- und Heiratspläne zu machen, entspricht nicht meinem Bild einer bodenständigen Siebzehnjährigen, die bald ihren Abschluss macht.
Es wurde, wenn es nach mir geht, zu oft von der großen Liebe geredet. Jasmins Verhalten glich teilweise eher dem einer Zwölfjährigen, die noch nie verletzt wurde und jedes Recht hat naiv zu sein.
Damián war da schon besser, aber auch seine Beweggründe konnte ich nicht ganz nachvollziehen.
Die Liebesgeschichte war mir insgesamt zu kitschig.
Jasmins Eltern, besonders ihr Vater kamen mir am Anfang noch als sehr vernünftige, tolerante Erwachsene vor, doch auch diese Ansicht änderte sich und die beiden machten auf einmal einen verklemmten, intoleranten Eindruck und wirkten wie ein Teenager in groß, besonders was Konflikte mit der eigenen Tochter betraf.
Christine Lehmanns Schreibstil war akzeptabel, mehr leider nicht. Vor allem gestört hat die Ausdrucksweise, die auch immer wieder von "Jugend" zu "hochgegriffen" gewechselt, was leider gar nicht zum Buch passte.
Der einzige positive Punkt war, wie die Autorin die Atmosphäre von Südamerika rüberbringen konnte.
Das Ende wäre bei einem anderen Buch gut gewählt, konnte speziell diese Geschichte leider nicht gut abschließen.

Fazit:
Leider nicht das erwartete Lesevergnügen, was vielleicht einfach daran liegt, dass ich aus der Zielgruppe falle, die ich eher auf besagte 12jährige schätzen würde. Vielleicht habe ich auch einfach schon zu viel in die Richtung gelesen als dass der Kitsch und das große Getue um die große Liebe noch etwas Besonderes wären. Die meiste Zeit hatte ich einfach nur ein *Kopf-meets-Tischplatte*-Gefühl.

Gestaltung: ♥♥♥♥ (4/5)
Inhalt: ♥ (1/5)

Über die Autorin:
Christine Lehmann, geb. 1958 in Genf, lebt seit 1963 in Stuttgart, wo sie auch ihr literaturwissenschaftliches Studium mit der Promotion abschloss. Zahlreiche Reisen führten sie in den gesamten Mittelmeerraum, heute bezeichnet sie Spanien als ihre zweite Heimat. Als Journalistin hat Christine Lehmann unter anderem für EMMA und für die TAZ geschrieben, seit 1990 arbeitet sie als Nachrichtenredakteurin beim SWR-Hörfunk. Sie war außerdem als Übersetzerin und Herausgeberin von Anthologien tätig, verfasste zahlreiche Essays und veröffentlichte zwischen 1994 und 1999 Krimis. 

Kommentare:

  1. Tolle Rezi. Ich denke das Cover hätte mich angesprochen, aber jetzt nee lieber nicht.
    Bin jetzt Leserin bei dir. Würd mich freuen,w enn du auch bei mir vorbeischaust Leseengels Bücherblog hat gesagt…

    http://leseengelsblog.blogspot.de/

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  2. Deine Rezension zu dem Buch spricht mir echt aus der Seele. Die Leseprobe von Buchbotschafter hatte mich total begeistert und das Buch selber war dann so eine Enttäuschung -.- Ich hätte beim Lesen am Liebsten auch die ganze Zeit meinen Kopf auf den Tisch gehauen ;)

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    1. Ich bin froh, dass ich nicht die Einzige bin, die das Buch schrecklich fand :D

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  3. Sehr gute Rezension, um das Buch werde ich also einen großen Bogen machen ^^
    Bin bei dir gleich mal Leserin geworden, schöner Blog :)

    LG Julchen

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  4. Untersteh dich :D Alles meine Bücher - *auf die finger hau*

    Und
    "6. Der ganze Rest auch!!!" <---wirklich krass hilfreich xD

    Ich les im Moment Sternenschimmer, dann Sternensturm und dann Feuer&Glas :D

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